Home Region In-/Ausland Sport Rubriken Agenda
Magazin
13.01.2022

«Zeitreise Zürcher Oberland»: Erste wichtige Erkenntnisse

Die Fahrten mit der Dampfbahn finden grossen Anklang. Bild: DVZO
Der Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland zieht ein erstes Fazit vom Herbstfahrplan. Der erste Versuch sei gemacht, jetzt gehe es an die Feinarbeit.

Nach dem Nichteintreten des Bundesverwaltungsgerichtes auf Beschwerden gegen einen erweiterten Bahnbetrieb (Zürioberland24 berichtete), packte der DVZO die Möglichkeit beim Schopf und bot Ende September und im Oktober 2021 einen Herbstfahrplan an. Damit war der Weg frei, um das Projekt «Zeitreise Zürcher Oberland» eingehend zu testen.

Nebst den gewohnten Dampfzügen ergänzten Elektrozüge das Angebot, und Busfahrten mit Oldtimern sorgten für die Feinverteilung zu den einzelnen Attraktionen.

Wichtige Schlüsse gezogen

Nach Abschluss der ersten Erkenntnisse können aus dem Probebetrieb wichtige Schlüsse für die Weiterentwicklung des Projektes gezogen werden, teilte der DVZO gestern mit. Das auf Donnerstag bis Samstag ausgeweitete Angebot sei rege benutzt worden.

Dampfzüge am beliebtesten

Die historischen Elektrozüge mobilisierten laut Mitteilung nicht so viele Besuchende wie ursprünglich angenommen. Priorisiert worden seien von den Fahrgästen ganz klar die Dampfzüge. Die Dampfloks lockten trotz anhaltenden Corona-Einschränkungen bei Reisen in öffentlichen Verkehrsmitteln erfreulich viele Besucherinnen und Besucher auf die Züge.

Dass der DVZO nicht immer selbst mit seinen Zügen unterwegs war, sondern den erweiterten Bahnbetrieb mit befreundeten historischen Bahnen teilte, sei vielen Ausflüglern nicht einmal aufgefallen, schreibt der DVZO weiter. Bei "echten Eisenbahnfreaks" sei der Einsatz fremder Lokomotiven und Wagen auf der Dampfbahnlinie keineswegs unbemerkt geblieben und habe sie umso mehr zu einer speziellen Erlebnisreise ins Oberland ermutigt.

Die Oldtimer-Busfahrten auf die Hulftegg waren am beliebtesten. Bild: DVZO

Busfahrt auf die Hulftegg

Auch beim Oldtimerbus-Betrieb gab es einen Favoriten: Hier stach an den Verkehrstagen die Verbindung ab Bauma auf die Hulftegg hervor, wie der DVZO schreibt. «Diese scheint bei Ausflüglern und Wanderern ein willkommenes Angebot zu sein und könnte in Zukunft angepasst und ausgebaut werden.» Die Frequenzen auf dem übrigen Busangebot seien hingegen sehr schwankend und von den Wetterverhältnissen geprägt gewesen.

Insgesamt zählte der DVZO in den Monaten September und Oktober 11'000 Fahrgäste auf der Bahn und 1'600 auf dem Bus in der ganzen Saison.

Jetzt folgt Feinarbeit

Mit der Kombination von historischen Reisen mit der Bahn und dem Oldtimerbus scheint der DVZO trotz Anfangsschwierigkeiten das Interesse geweckt zu haben. «Die industriekulturellen und die touristischen Angebote können dadurch erfolgreich vernetzt werden», schreibt der DVZO. Ein erster Versuch ist gemacht, jetzt gehe es an die Feinarbeit.

Voraussichtlich werde man den Betrieb im Oktober intensivieren, wie DVZO-Marketingleiter Christian Schlatter auf Anfrage sagte. Details dazu werde man vermutlich im März bekanntgeben können.

Barbara Tudor