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06.10.2022

Zolldirektor sieht Ostgrenze als "Hotspot"

An der Schweizer Ostgrenze sind allein letzte Woche 1150 Personen aufgegriffen worden. "Vieles erinnert uns an die Flüchtlingskrise in den Jahren 2015 und 2016", sagte Zolldirektor Christian Bock in einem Interview mit den Tamedia-Zeitungen. (Arch... Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX
Migration – An der Schweizer Ostgrenze sind allein letzte Woche 1150 Personen aufgegriffen worden. "Vieles erinnert uns an die Flüchtlingskrise in den Jahren 2015 und 2016", sagte Zolldirektor Christian Bock in einem Interview mit den Tamedia-Zeitungen.

"Wir sehen eine grosse Zahl von Migranten, die auf der Durchreise sind", sagte der Direktor des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit im am Donnerstag veröffentlichten Interview. Neben dem "Hotspot" Ostgrenze müsse auch der Süden im Auge behalten werden. "Wir müssen feststellen, dass Italien zurzeit eine Rückübernahmekapazität von nur 40 bis 50 Personen pro Tag hat."

Die Schweiz sei vor allem Transitland. Viele wollten aus Serbien über Österreich nach Frankreich oder Grossbritannien. Nach einer Identitätskontrolle in der Schweiz würden die Migratinnen und Migranten in der Regel wieder auf ihren Weg geschickt. "Wenn wir nichts tun würden, würden wir die Transitmigration akzeptieren. Ein Staat kann das nicht tun", so Bock. Wer ein Asylgesuch in der Schweiz stellen wolle, könne das tun.

In der derzeitigen Situation handle es sich bei der Hälfte um Menschen aus Afghanistan. Der Rest stamme aus Nordafrika, Indien, Kuba oder Burundi. "Der Nationalitäten-Mix hat sich verändert" sagte Bock. "Wir führen das darauf zurück, dass viele visumsfrei nach Serbien einreisen können."

Keystone-SDA