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06.10.2022

EVP-Chef warnt vor Nähe Erdogans zu Putin

Vor dem Gründungsgipfel der Europäischen Politischen Gemeinschaft in Prag hat der Vorsitzende der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber, vor der Nähe des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu Russlands Staatschef Wladimir Putin ge... Bild: KEYSTONE/AP/FRANCOIS MORI
EU – Vor dem Gründungsgipfel der Europäischen Politischen Gemeinschaft in Prag hat der Vorsitzende der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber, vor der Nähe des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu Russlands Staatschef Wladimir Putin gewarnt.

"Putin darf nicht durch die Hintertür zurück an den europäischen Tisch kommen", sagte Weber der "Bild"-Zeitung (Donnerstagsausgabe) mit Blick auf Erdogan, der zu dem Gipfel eingeladen ist.

Weber forderte den deutsche Kanzler Olaf Scholz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf, bei dem Treffen "keine Zweideutigkeiten bezüglich der Unterstützung für die Ukraine und der Zukunft der EU" zuzulassen.

Bundeskanzler Scholz und die Staats- und Regierungschefs von mehr als 40 weiteren Ländern werden am Donnerstag im Prager Schloss erwartet. Die Teilnehmer wollen mit dem Treffen ein Signal der Geschlossenheit an Kreml-Chef Putin senden. Zu dem neuen politischen Forum gehört neben der Ukraine, Grossbritannien und den EU-Ländern unter anderem auch die Türkei. Ankara und Moskau pflegen gute Beziehungen zueinander.

"Gerne mit Putin und Komplizen präsentiert"

Weber sagte, erst Mitte September habe sich der türkische Staatschef Erdogan bei einem Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) im usbekischen Samarkand "gerne mit Putin und einigen seiner Komplizen wie dem weissrussischen Diktator Lukaschenko präsentiert".

Weber kritisierte Erdogan in der "Bild"-Zeitung auch für seine Rolle bei der geteilten Mittelmeerinsel Zypern. "Die Realität ist leider, dass Erdogan die militärische Präsenz im besetzten Teil Zyperns verstärken will und die territoriale Integrität Griechenlands permanent bedroht. Dies ist nicht nur ein inakzeptables Verhalten zwischen Nato-Partnern, sondern auch der Realitätscheck für angebliche EU-Beitrittsambitionen Erdogans."

Keystone-SDA