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Gemeinden
04.05.2021
04.05.2021 10:03 Uhr

Mehr Littering in der Pandemie?

Littering. (Symbolbild) Bild: bluewin.ch
Die Pandemie hat unser Leben verändert, auch unsere Freizeitaktivitäten. Die Menschen essen vermehrt ihr Picknick draussen. Wie sieht es in den Toggenburger Gemeinden aus?

Toggenburg24 hat Toggenburger Gemeinden angeschrieben, da diese die Abfallentsorgung organisieren.

Diese fünf Fragen stellten wir:

  1. Ist Littering in den Toggenburger Gemeinden überhaupt ein Thema?
  2. Hat man sich schon zusammengesetzt und darüber gesprochen?
  3. Ist es sogar mancherorts wirklich ein neues Problem?
  4. Was gibt es für Möglichkeiten, die Menschen, auch Touristen zu sensibilisieren?
  5. Könnte man sich vorstellen, wieder Mehrweggeschirr gegen Pfand einzuführen?

Der Stadtpräsident und Kantonsrat von Lichtensteig, Mathias Müller, gab uns folgende Antworten:

Zur ersten Frage:

  • Littering ist auch in Lichtensteig ein Thema. Grosse Veränderungen durch Corona haben sich allerdings nicht ergeben, sondern es hängt eher von der Jahreszeit ab. Bei warmem und schönem Wetter sind die Menschen vermehrt draussen und da bleibt auch eher Abfall liegen.

Zur zweiten Frage:

  • Das Thema wird laufend bearbeitet durch den Werkhof. Dazu ist regelmässig das Clean-Team in Lichtensteig unterwegs. Unter der Leitung eines Pensionierten finden Abfalltouren statt.

Zur dritten Frage:

  • Kein neues Thema, sondern eher eine Daueraufgabe.

Zur vierten Frage:

  • Tafeln, Mitteilungsblatt, direkt ansprechen, selbst ein Vorbild sein.

Zur fünften Frage:

  • Das wurde bislang nicht in Betracht gezogen.

Wir danken dem Stadtpräsidenten und Kantonsrat, Mathias Müller, für seine Ausführungen.

Leiter Werkhof Neckertal, Willy Altherr, St. Peterzell:

«Seit der Pandemie haben wir in der Gemeinde Neckertal keine Zunahme von Littering oder häufiger Ansammlungen von Abfall in der Parkanlagen und entlang der Strassen.

Wir haben in der Gemeinde auch eine sehr hohe dichte an Abfallkübeln die immer sehr gut gefüllt sind daher momentan kein Problem bei uns.

Ich habe auch keine Reklamationen von Seiten der Bauern erhalten das es schlimmer geworden ist.»

Von Ebnat-Kappel gibt es folgende Information:

«Wir haben keinen Anstieg von Littering aufgrund von Corona bei uns in der Gemeinde festgestellt. Unsere Spielplätze und Grillstellen werden zwar häufiger genutzt, jedoch entsorgen die Besucher ihren Abfall mehrheitlich in den vorhandenen Abfallbehältern. Auch die neu geschaffenen Take-Away Angebote haben zu keinen Problemen geführt.»

Christian Gertsch, Gemeindepräsident Hemberg, gibt uns eine ausführliche Nachricht:

Unsere schöne Gemeinde Hemberg ist ein Touristenort und bietet seinen Gästen und Besucher*innen ein wunderschönes Panorama in einer herrlichen Landschaft.

Die Betreiber waren vorbildlich

Die Betriebe, welche Take-away angeboten haben, wie Skihaus Hemberg oder Bäckerei, Restaurant Hörnli Hemberg, haben vorbildlich in dieser anspruchsvollen Corona-Pandemie-Zeit für die Entsorgung gesorgt. Anderseits werden die Feuerstellen und Aussichtsorte vom Verkehrsverein und der Gemeinde gut bewirtschaftet. So kam das von Ihnen genannte Thema in der Gemeinde nicht im Besonderen zur Sprache.

Bestehende Themen durch Coronazeit akzentuiert

Natürlich akzentuierte die Coronazeit andere Themen, welche in unserer Gemeinde bereits vor dieser Zeit im öffentlichen Bewusstsein standen. Dazu gehört das zugenommene Verkehrsaufkommen an den schönen Wochenenden oder während der Lockdown-Zeit (Parkplatzsituation) und die damit verbundenen Lärmemissionen (Motorradfahrer). Diese Thematiken sind Teil unseres umfassenden Verkehrskonzepts, welches wir in den letzten Jahre erarbeitet haben und nun fortlaufend umgesetzt wird. Dazu gehören Verkehrs-beruhigende, Geschwindigkeits-reduzierende und Fussgänger-sichernde Massnahmen. Dennoch: Es ist auch eine Freude, dass so viele Gäste die schöne Landschaft, das kulturelle Erbe sowie die touristischen und Gastronomie-Angebote von Hemberg geniessen und unsere Dörfer beleben.

Ratsschreiberin, Doris Gmür-Hinterberger, von Nesslau schreibt uns nach Rücksprache mit dem Werkhof:

Tafeln an den Grillstellen erinnern

Grundsätzlich stellen wir in den letzten Jahren eine Zunahme von Littering fest, dies insbesondere den Strassen entlang und in den Dörfern.  Bei den Grillstellen ist das Verhalten sehr gut. Die Plätze werden fast ausnahmslos geräumt, obwohl gar keine Abfalleimer angebracht sind. Das heisst, die Leute nehmen ihren Abfall wieder mit. An den Grillstellen sind Tafeln anbracht mit dem Hinweis, den eigenen Abfall wieder mitzunehmen. Das funktioniert sehr gut.

Mehr Abfallmengen Richtung Passhöhe

Im Bereich Beieregg (Richtung Passhöhe) wurden grössere Abfallmengen bei den Containern festgestellt, dies insbesondere über die Feiertage.

Im Moment besteht bei uns kein Bedarf für irgendwelche Massnahmen, aber das Thema wird sicher ein ständiger Begleiter sein.

Patricia Rutz/Toggenburg24