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Leserbrief
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14.05.2021

Schmerkner Milchproduzent: «2x Nein zu Agrar-Initiativen»

Der Schmerkner Milchproduzent Martin Müller sagt: «Die Landwirtschaft lebt von und mit der Natur und sie hat keinerlei Interesse, diese nachhaltig zu zerstören.»
Der Schmerkner Milchproduzent Martin Müller sagt: «Die Landwirtschaft lebt von und mit der Natur und sie hat keinerlei Interesse, diese nachhaltig zu zerstören.» Bild: zVg
Milchproduzent Martin Müller aus Schmerikon führt auf, was sich mit der Annahme der Agrarinitiativen verändern würde und ruft dazu auf, zweimal Nein zu stimmen.

«Die Volksinitiative 'Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – Keine Subventionen für den Pestizid- und den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz' will die Anforderungen für die heimische Landwirtschaft deutlich erhöhen.

Studie zu Folgen der Initiative

Das Kompetenzzentrum des Bundes für Forschung für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt (Agroscope) verfasste eine Studie zu den Folgen dieser Initiative auf die Landwirtschaft und unsere Ernährung. Die Studie zeigt anhand von 18 unabhängigen Szenarien, welche Betriebstypen aus wirtschaftlichen Gründen bei einer Annahme dieser Initiative aus dem Direktzahlungssystem aussteigen werden und wie sich die Flächennutzung, die Tierbestände, die Produktionsmengen sowie der Selbstversorgungsgrad in der Schweizer Landwirtschaft verändern könnten. Für viele Betriebe (Schweine- und Geflügelbetriebe, Spezialkulturenbetriebe, etc.) wird es dann profitabler sein, ausserhalb der ÖLN-Anforderungen (ÖLN= Ökologischer Leistungsnachweis) zu produzieren.

Nur noch zwingende Vorschriften

Das heisst also, dass bei einer Verschärfung der Anforderungen zahlreiche Betriebe aus dem Ökologischen Leistungsnachweis (auch ÖLN genannt, Pflicht für den Erhalt von Direktzahlungen) aussteigen werden. Diese Betriebe würden ohne Direktzahlungen und ohne die geforderten ökologischen Vorgaben weiter produzieren. Das heisst für diese Betriebe gelten dann nur noch die zwingenden Vorschriften des Umweltgesetzes und Tierschutz, was eine Verschlechterung gegenüber den ÖLN-Vorgaben entspricht.

Existenz von Bauernfamilien

Ist dies wirklich das Ziel der Initianten? Ich glaube nicht! Die Landwirtschaft lebt von und mit der Natur und sie hat keinerlei Interesse, diese nachhaltig zu zerstören, denn das würde auch die Existenz von vielen Bauernfamilien vernichten. Deshalb zweimal Nein zu den Agrarinitiativen.»

Martin Müller, Schmerikon