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15.10.2021

GPK legt Fehlverhalten bei technischen Betrieben Glarus Nord offen

Die technischen Betriebe Glarus Nord forderten die höchsten Strompreise in der Region. Der Druck für die Offenlegung der Finanzen führte schliesslich zu einem Streit über Kompetenzüberschreitungen. Nun liegt ein GPK-Bericht zu dem Zerwürfnis vor. ... Bild: KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA BELLA
In einem Bericht der Geschäftsprüfungskommission Glarus Nord (GPK) bestätigen sich Vorwürfe: Der ehemalige Geschäftsführer der Technischen Betriebe Glarus Nord (TBGN) habe diverse Kompetenzen überschritten. Weiter wird Kritik am Verwaltungsrat laut. Die Mehrheit trat als Reaktion auf den Bericht zurück.

Externe Anwälte prüfen derzeit fragliche Ausgaben des ehemaligen TBGN-Leiters. Nachdem die Gemeindeversammlung im Juni die Jahresrechnung der Technischen Betriebe Glarus Nord zurückgewiesen und einen GPK-Bericht gefordert hatte, bestätigten sich am Freitag Vorwürfe gegen den ehemaligen Geschäftsführer und den Verwaltungsrat der TBGN, wie es im veröffentlichten GPK-Bericht hiess.

Der ehemalige Geschäftsführer war in früheren Jahren eigenständig für die Finanzen zuständig und führte diese undurchsichtig. Weil die durch die TBGN generierten Strompreise sehr hoch waren, machte der Gemeinderat Druck auf eine transparente Offenlegung der gesamten Finanzen. Es zeigte sich, dass die TBGN bisher verschwiegene 59 Millionen Franken besassen.

Als Reaktion darauf wurde ein Leiter Finanzen eingesetzt. Dieser zerstritt sich jedoch zusammen mit einem weiteren Mitglied der Geschäftsleitung mit seinem Chef. Schliesslich kündigten die beiden Mitglieder, und der Chef wurde beurlaubt und schliesslich entlassen.

Im Zuge dieser Entlassung wurden fragliche Ausgaben des ehemaligen Geschäftsführers offengelegt. Es handelt sich laut dem Bericht um einen sechsstelligen Betrag. Ob diese Ausgaben rechtmässig waren, prüfen nun externe Anwälte.

Kritik am Verwaltungsrat

Weiter kritisierte die GPK den Verwaltungsrat. Weil dieser Entscheidungen hinausgezögert habe, habe er immense Zusatzkosten verursacht. Rund rund ein Drittel der Belegschaft sei wegen der Verunsicherungen gegangen. Als Reaktion auf die Kritik traten am Freitag vier der insgesamt sieben Verwaltungsräte zurück. Ein weiteres Mitglied hatte schon früher den Rücktritt bekannt gegeben.

Ziel sei es nun, den Verwaltungsrat wieder handlungsfähig zu machen, sagte der Gemeindepräsident Glarus Nord Thomas Kistler auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Man wolle nun im Gemeinderat schnellstmöglich neue Verwaltungsräte wählen. Zwei vakante Stellen kann die Gemeindeversammlung nächstes Frühjahr neu besetzen. Der GPK-Bericht wird an der kommenden Gemeindeversammlung vom 19. November behandelt.

Keystone-SDA/Toggenburg24