Home Region In-/Ausland Sport Rubriken Agenda
Politik
29.11.2021
29.11.2021 18:35 Uhr

Resultate: So hat das Toggenburg am 28. November 2021 abgestimmt

Die Toggenburger Gemeinden.
Die Toggenburgerinnen und Toggenburger hatten am Abstimmungssonntag drei Mal eine klare Meinung. So lehnten sie das Covid-19-Gesetz klipp und klar ab. Die Bevölkerung des Tales stimmte hingegen der Pflegeinitiative zu, während es die Justizinitiative deutlich abgelehnt. Die Gemeinde Hemberg hatte gleich fünf Rekorde im Kanton St.Gallen. Die Redaktion hat das Toggenburg in einem Kurzvergleich den 77 Gemeinden und 8 Wahlkreisen des Kanton St.Gallen gegenübergestellt.

Covid-19-Gesetz

Knapp 57 % der Stimmenden im Toggenburg lehnten das Covid-19-Gesetz ab, während im ganzen Kanton St.Gallen das Covid-Gesetz mit knapp 55 % angenommen wurde. Damit war das Toggenburg der Wahlkreis mit der höchsten Ablehnung im Kanton St.Gallen. Als einziger, weiterer Wahlkreis lehnte nur das Rheintal das Covid-19-Gesetz ab, während insbesondere der Wahlkreis St.Gallen (inkl. Gossau) mit 65 % deutlich zustimmte.

Sämtliche Gemeinden im Tal, ausser Lichtensteig, lehnten das Covid-Gesetz ab. Wie schlecht das Covid-19-Gesetz im Toggenburg ankam, zeigt die Statistik: Von den zwölf Gemeinden mit der höchsten Ablehnung im Kanton sind gleich deren acht aus dem Toggenburg. Darunter die Gemeinde Hemberg, welche mit 71 % auch den Rekord an Nein-Anteilen im Kanton hält und damit per Sonntagnachmittag schweizweit Platz 16 von 2002 Gemeinden einnimmt.

Somit folgten die Toggenburgerinnen und Toggenburger der Schweizer Volkspartei SVP, welche sich als einzige Partei konsequent gegen das Covid-19-Gesetz und für die Freiheit einsetzte.

Die rebellischen und freiheitsliebenden Toggenburger fanden zwei Verbündete: Zum einen der ans Toggenburg grenzende Kanton Appenzell Innerrhoden. Er sagte mit beinahe 56 % Nein zum Covid-19-Gesetz. Nur der Kanton Schwyz sprach sich ebenfalls noch gegen das Covid-19-Gesetz aus.

Abstimmungsresultate im Kanton St.Gallen zum Covid-19-Gesetz Bild: wab.sg.ch

Pflegeinitiative

Die Pflegeinitiative stiess mit etwas über 54 % Ja-Stimmen zwischen Kirchberg und Wildhaus auf Zustimmung. Die Stimmbevölkerung des ganzen Kantons St.Gallen sprach sich mit fast 57 % Ja-Stimmen sogar noch etwas deutlicher für die Pflegeinitiative aus. Sämtliche Wahlkreise stimmten der Pflegeinitiative zu, die Zustimmung war aber im Toggenburg kantonsweit mit ungefähr 46 % Nein-Stimmen am tiefsten. Auch hier war die Begeisterung im städtischen Wahlkreis St.Gallen (inkl. Gossau) mit 59 % Ja-Stimmen am grössten.

Die Gemeinden Wildhaus-Alt St. Johann und Hemberg lehnten die Pflegeinitiative als einzige zwei der zwölf Gemeinden im Thur- und Neckertal ab. Damit waren sie auch zwei von nur fünf Gemeinden, welche im Kanton St.Gallen Nein zur Pflegeinitiative sagten. In der Gemeinde Hemberg machten allerdings nur gerade 8 Stimmen der Unterscheid aus. Die höchste Zustimmung im Toggenburg kam aus Lichtensteig mit über 59 %.

 

Abstimmungsresultate im Kanton St.Gallen zur Pflegeinitiative. Bild: wab.sg.ch

Justizinitiative

Die Justizinitiative erlitt im Tal der sieben Churfirsten Schiffbruch. Mit über 70 % lehnt das Toggenburg sie ab. Die Wahl der Bundesrichter im 205 Kilometer entfernten Lausanne sollte nicht über das Los erfolgen. Alle Wahlkreise lehnten die Justizinitiative ab und zwar innerhalb von nur 5 Prozentpunkten Unterscheid. Im Werdenberg konnten sich mit «nur» 66 % Nein-Stimmen am meisten Bürger eine Richter-Vorauswahl über eine Expertenkommission vorstellen.

Bei der Justizinitiative zeigt sich für einmal ein einheitliches Bild, sämtliche Toggenburger Gemeinden legten eine Nein-Mehrheit in die Urne. Am meisten Zustimmung im Tal mit 33 % erhielt die Justizinitiative in der Gemeinde Neckertal. Die benachbarte Gemeinde Hemberg hat von allen 77 St.Galler Gemeinden mit 76 % Nein-Anteil die Justizinitiative am zünftigsten bachab geschickt. Auch die Mosligerinnen und Mosliger auf Platz zwei waren wenig begeistert. Kantonsweit am meisten Sympathien genoss die Justizinitiative in Rorschach am Bodensee mit 37 % Zustimmung.

Abstimmungsresultate im Kanton St.Gallen zur Justizinitiative Bild: wab.sg.ch

Stimmbeteiligung hoch - Rekorde im Hemberg

Die Stimmbeteiligung wird nur auf den Staatsebenen Gemeinde und Kanton erhoben, somit können bei den Wahlkreisen keine verlässlichen Aussagen gemacht werden. Kantonsweit sind haben sich über alle drei Vorlagen hinweg gut 68 % der Stimmberechtigten beteiligt, was leicht über dem Schweiz Durchschnitt des Abstimmungssonntags war.

Rekordverdächtig war die Stimmbeteiligung beim Covid-19-Gesetz in der Gemeinde Hemberg: Fast 83 % füllten den Stimmzettel aus. 82 % Stimmbeteiligung erreichte Hemberg bei der Pflegeinitiative. Hemberg erreichte unter dem Strich drei Mal die höchste Stimmbeteiligung im Kanton und war bei zwei von drei Abstimmungsvorlagen bei über 80 % Stimmbeteiligung. Umgekehrt hatte bei allen drei Vorlagen die Stadt Rorschach mit 57 % bis max. über 59 % die tiefste Stimmbeteiligung aller 77 St.Galler Gemeinden.

Weitere Informationen

Alle Abstimmungsresultate zu Ihrer Wohngemeinde inkl. Kartenmaterial finden Sie auf www.wab.sg.ch

Redaktion Toggenburg24