Um 1900 herum waren die Ostschweizer Leinenartikel grösstenteils von Baumwollstoffen verdrängt worden. Moden wechselten, so verloren Mousseline an Anziehungskraft.
Spezialgebiet war die Buntweberei
Das Toggenburg, so Andreas Zangger, spezialisierte sich auf die Buntweberei und begann alle möglichen Stoffe zu produzieren und traditionelle Muster nachzuahmen (S. 199). In den 1820/30er Jahren fanden so genannte Ginghams reissenden Absatz, und zwar in Südeuropa, in den amerikanischen Südstaaten (Sklav:innenstaaten) oder auch in Südamerika. Zu Brasilien beispielsweise gab es direkte Beziehungen (Rio de Janeiro, Salvador de Bahia, Recife), auch nach Spanisch.Kuba (Havanna) oder in die USA (New York, New Orleans).
Wattwiler Weltfirma
Britische Konkurrenten reagierten mit Sorge und attestierten den Toggenburger Produkten hohe Qualität bei einem moderaten Preis. Die Wattwiler „Weltfirma“ J. R. Raschle & Co und auch Matthias Naef beschickten ihre Textilien selbstbewusst an die Weltausstellungen von 1851 (London), 1855 (Paris) und 1873 (Wien), wo sie Ehrenmedaillen einheimsten.
Neue Absatzmärkte in anderen Ländern
Das Ende der Sklaverei nach dem blutigen amerikanischen Bürgerkrieg (1861 – 1865) liess den nordamerikanischen Markt zusammenbrechen, denn viele Schwarze, die sich vorher mit gemusterten Textilien zu kleiden hatten, entfielen nun als Kunden. Dafür entstanden neue Absatzmärkte in der Karibik, in Südostasien und sogar in Afrika, mnchmal unter dem Namen Bugis.
Die Toggenburger Textilproduzenten – und händler zeigten sich also innovativ, wenn es darum ging, neue Märkte zu erschliessen.