Der wiederum gut besuchte Anlass wurde von den Ortsparteien Nesslau und Wildhaus Alt St.Johann unter der Leitung von Patricia Defila und Patricia Eckert organisiert und bot den Mitgliedern einen eindrücklichen Rahmen für den gemeinsamen Start ins neue politische Jahr.
Das Johanneum Neu St.Johann zählt zu den grössten Arbeitgebern der Region und ist eine zentrale Institution für Menschen mit Beeinträchtigungen. Der moderne Neubau in Holzbauweise von Mikado überzeugt architektonisch wie inhaltlich und steht exemplarisch für Innovation, soziale Verantwortung und regionale Wertschöpfung. Patricia Defila, Mitglied im Vorstand der Mitte Toggenburg und zugleich Mitglied der Geschäftsleitung des Johanneums, gab einen spannenden Einblick in die Institution, die sich in den letzten Jahren dynamisch und zukunftsgerichtet weiterentwickelt hat.
Rück- und Ausblick aus regionaler Sicht
Regionalpräsident Nicolas Jenny blickte in seinem Input auf ein intensives und erfolgreiches politisches Jahr zurück und zeigte zugleich auf, welche Herausforderungen 2026 anstehen. Die zunehmende Polarisierung in Politik und Gesellschaft unterstreiche die Bedeutung einer starken politischen Mitte – eine Entwicklung, die mittlerweile auch im Tal und in den Dörfern deutlich spürbar ist. Gerade die Mitte-Mitglieder übernehmen Verantwortung, in den Gemeinden ebenso wie auf kantonaler Ebene, und stehen für Stabilität, Ausgleich und tragfähige Lösungen. Sie begnügen sich nicht damit, Probleme zu benennen oder Forderungen zu stellen, sondern arbeiten konkret und lösungsorientiert an einer positiven Entwicklung. Dies verdeutlichte er am Beispiel des Hallenbads Bütschwil, wo ein engagierter Verein daran ist, die politische Blockade aufzulösen. Mitglieder der Mitte übernehmen dabei zentrale Rollen und tragen in der Organisation entscheidend dazu bei, dass wieder Bewegung in festgefahrene Prozesse kommt.
Solidarität im Kanton St.Gallen als Schlüssel
Franziska Steiner-Kaufmann stellte in ihrem inspirierenden Referat die kantonale Solidarität ins Zentrum. Der Kanton St.Gallen steht inmitten wichtiger Volksabstimmungen über Investitionen, die alle Regionen betreffen und den Kanton langfristig stärken werden – von Rorschach über Wil und Rapperswil-Jona bis ins Rheintal und nach Werdenberg. Bereits im März stehen unter anderem das Projekt Wil West sowie der Neubau der Berufsschule Rapperswil-Jona zur Abstimmung. Sämtliche Vorlagen wurden von Regierung und Kantonsrat mit klaren Mehrheiten unterstützt und werden von einer breiten überparteilichen Allianz getragen. «Wir stimmen über die Zukunft des ganzen Kantons ab – nicht über Einzelprojekte», betonte Steiner-Kaufmann. Nur mit Zusammenhalt und gegenseitiger Solidarität könne der Kanton St.Gallen nachhaltig vorwärtskommen.
Klare Worte aus Bundesbern
Zum Abschluss wandte sich Markus Ritter gewohnt pointiert an die Anwesenden. Er berichtete aus den laufenden Geschäften in Bundesbern und zeigte sich enttäuscht darüber, dass zur Initiative zur «10-Millionen-Schweiz» kein Gegenvorschlag zustande gekommen sei aufgrund des Widerstandes der anderen Parteien. Die Mitte wollte wie immer eine tragfähige Lösung finden. Kritisch äusserte er sich auch zur Individualbesteuerung, die zu massivem Bürokratieaufbau führen würde – mit rund 1,7 Millionen zusätzlichen Steuererklärungen und über 1’000 neuen Steuersekretären sowie 150 Millionen Franken an zusätzlichen Kosten. Diese Gesetzesvorlage wird nicht nur mit einem Volksreferendum, sondern gleichzeitig auch mit dem Kantonsreferendum bekämpft. Eine Vorlage mit solch grossen Mängeln löst breites Unverständnis aus. Umso mehr als andere, bessere Lösungen bereitstehen.
Starker Anlass, starke Mitte
Der Anlass war geprägt von einer erfreulichen Durchmischung der Generationen und einem eindrücklichen Anteil engagierter Frauen. Die Mitte Toggenburg zeigt damit, dass sie attraktiv bleibt für Menschen, die Verantwortung übernehmen wollen. Der Jahresauftakt machte klar: Die Mitte setzt weiterhin auf Lösungen statt Populismus und auf Ausgewogenheit statt Extreme – für den Zusammenhalt im Toggenburg und im ganzen Kanton St.Gallen.