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Leserbrief
Politik
14.01.2026
14.01.2026 12:56 Uhr

Gesundheitsversorgung vor Ort hilft auch dem Personal

Bild: unsplash.com/Online Marketing
In Ihrem Leserbrief schreiben Ursula und Albert Bösch aus Wattwil zur Gesundheitsversorgung im Kanton St.Gallen, dabei werden auch Parallelen zur Berit Klinik in Wattwil gezogen.

Das Spital Altstätten wird 18 Monate früher geschlossen als geplant. In einer Hauruck-Übung werden Akutgeriatrie und Palliativmedizin nach Grabs verlegt. Um dort Platz zu schaffen bis der Neubau fertig ist, werden der teilweise schon abgebrochene Altbau wieder eingerichtet sowie sanitäre Anlagen für zwei Jahre wieder eingebaut. Kleinere Stationen werden aufgelöst und gut eingespielte Teams zerschlagen. Schon heute herrscht in Grabs Bettennotstand und die Patienten werden von Grabs nach St. Gallen oder in andere Spitäler verlegt. Dazu kommt nun der Pflegekräftemangel durch den Weggang einiger Pflegeangestellter, die auf Mai 2026 gekündigt wurden, die aber per sofort die Arbeitsstelle gewechselt haben. Es bleibt so zu wenig Zeit für die Pflege, was die Patienten zu spüren bekommen und für die Pflegekräfte sehr unzufriedenstellend ist.

 

Leider ist das Fernziel der Regierung klar: noch ein einziges Spital im Kanton. Dabei vergisst sie erneut das Pflegepersonal, das im ganzen Kanton verstreut wohnt. Die Folgen wären lange Arbeitswege, auch zu später Nacht. Teilzeitarbeit wird unattraktiver und es wird zusätzliches Personal aus dem Ausland benötigt. Wenn die Regierung das nicht erkennt, wird das Pflegepersonal den Beruf wechseln. Damit wird auch die St.Galler Ausbildungsoffensive für das Pflegepersonal, für welche das Volk im Herbst 2024 an der Urne 128 Millionen Franken bewilligt hat, im Sand verlaufen.

 

Im Toggenburg haben wir dank der Gemeinde Wattwil und der Berit-Klinik eine hervorragende Notfallstation. Leider schikaniert auch hier das Gesundheitsdepartement die Berit-Klinik mit einem maximalen Aufenthalt von zwei Tagen, um sein Spital in St. Gallen zu füllen. Regierung und Spitalverwaltungsrat setzen die Prioritäten falsch: Es werden Millionen für ein neues Logo und Name ausgegeben. Doch in Zeiten des Pflegekräftemangels muss dem Pflegepersonal endlich mehr Sorge getragen werden, indem verlässliche Zukunftsaussichten und kurze Arbeitswege zur Normalität werden.

Ursula und Albert Bösch, Wattwil
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