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St. Gallen
30.11.2025

Grundbuchämter unter Druck: Bedarf an Lösungen

Symbolbild: Hohe Geschäftslast in den St.Galler Grundbuchämtern.
Symbolbild: Hohe Geschäftslast in den St.Galler Grundbuchämtern. Bild: www.pixabay.com/Mariann Szőke
Die Grundbuchämter im Kanton St. Gallen stehen weiterhin unter grossem Druck. Kantonsrat Peter Gabathuler (SVP, Grabs) regt deshalb an, gezielt moderate Ergänzungen zu prüfen, die Abläufe vereinfachen und Wartezeiten reduzieren – ohne die bestehenden Strukturen infrage zu stellen oder ein freies Notariat einzuführen.

Die Antwort der St.Galler Regierung auf die Interpellation 51.25.96 («Freies Notariat und Entlastung der Grundbuchämter») zeigt deutlich: Die Grundbuchämter im Kanton St.Gallen arbeiten unter massivem Druck. Hohe Geschäftslasten, Fachkräftemangel, komplexere Fälle und erhebliche Unterschiede bei den Wartezeiten zwischen den Gemeinden verschärfen die Situation.

Gabathuler betont, dass die Mitarbeiter trotz dieser Herausforderungen «hervorragende Arbeit» leisten. Dennoch brauche es eine sachliche Diskussion darüber, wie Prozesse gezielt vereinfacht und die Servicequalität für die Bevölkerung verbessert werden können.

Kein freies Notariat – aber sinnvolle Ergänzungen prüfen

Gabathuler stellt klar, dass er kein freies Notariat fordert. Die Gemeinden – ebenso wie der Verband St.Galler Gemeindepräsidenten (VSGP) – lehnen dieses Modell ab, da es zusätzlichen Verwaltungsaufwand verursachen würde.

Statt eines Systemwechsels gehe es um klar begrenzte, moderate Ergänzungen für standardisierte Geschäfte, wo diese praktikabel entlasten könnten. Dabei sollen hohe Qualitätsstandards gewahrt bleiben und keinerlei Mehrbelastung für die Gemeinden entstehen.

Schwerpunkte der Prüfung

Im Zentrum möglicher Verbesserungsansätze stehen aus Sicht Gabathulers folgende Punkte:

  • Entlastung der Grundbuchämter bei wiederkehrenden Routinegeschäften
  • Transparente und faire Gebührenstrukturen
  • Verkürzung von Wartezeiten
  • Nutzung digitaler Abläufe zur Prozessbeschleunigung
  • Orientierung an erfolgreichen Modellen anderer Kantone («Best Practice statt Sonderweg»)

Gabathuler verweist darauf, dass andere Kantone ergänzende Modelle nutzen, ohne die Grundbuchämter zu schwächen. Diese Beispiele sollen St.Gallen unvoreingenommen prüfen, um pragmatische Lösungen zu finden, statt ideologische Debatten zu führen. 

Nächste Schritte

Derzeit werden mögliche Stossrichtungen evaluiert und mit relevanten Akteuren diskutiert. Ziel ist eine moderne, serviceorientierte und bürgernahe Abwicklung von Grundbuchgeschäften – ohne zusätzliche Belastung der Gemeinden.

pd/ako/toggenburg24
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