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Gesundheit
17.01.2026

St. Galler Impfpflicht: 2'500 Protestbriefe bei Regierungsrat Damann

Regierungsrat Bruno Damann: Geht es nur noch ums Kassieren?
Regierungsrat Bruno Damann: Geht es nur noch ums Kassieren? Bild: zVg/Pixabay (Collage Linth24)
Die Weltwoche schreibt, die St. Galler Impfpflicht mit Busse von 20'000 Franken für Unfolgsame stosse auf grossen Widerstand – und sprach mit Regierungsrat Damann. Von Bruno Hug

Dass die Regierung des Kantons St. Gallen eine Impfpflicht einführen will und Menschen, die auf ihre körperliche Unversehrtheit bestehen, mit Bussen von bis zu 20'000 Franken bestrafen will, «hat zu einem Sturm des Protestes geführt», wie die Weltwoche schreibt.

Kistenweise Beschwerden

Und das Schweizer Fernsehen teilt in der Sendung «10 vor 10» mit, beim zuständigen St. Galler Regierungsrat und Gesundheitsvorsteher Bruno Damann (Mitte) seien «Hunderte von Beschwerden, nein, kistenweise Briefe und Mails mit Reaktionen von Leuten» eingetroffen. Der von SRF befragte Damann sagte zur Anzahl Briefe, wie viele es seien, könne er nicht sagen. Insgesamt habe er «etwa 2'500 Reaktionen bekommen.» Damann weiter: Die Regierung habe «nie mit so viel Widerstand gerechnet».

«Volk denkt mit»

Die Weltwoche schreibt dazu: «Grossartig. Das Volk lebt, das Volk denkt mit», und stellt zugleich die Frage, ob auch die Regierenden etwas gelernt hätten? Auf die Frage des Blattes, ob der Regierungsrat wirklich das Gefühl habe, er könne mit Bussen Menschen zum Impfen bewegen, habe Damann die «tiefblickende Antwort» gegeben: «Nein, damit rechnen wir nicht».

Impfen oder zahlen

Auf die Nachfrage, warum die Regierung das denn in ein Gesetz schreiben wolle, habe Damann geantwortet, bei Nichtbefolgen einer Impfpflicht werde diesfalls «eben gebüsst». Die Regierung würde niemanden zum Impfen zwingen. Jeder könne entscheiden, ob er Geld bezahlen wolle oder sich impfen lasse.

Keine Leibeigenen

Kommentar von Bruno Hug

Anscheinend nimmt der St. Galler Mitte-Regierungsrat an, jeder, der im Falle eines staatlichen Impfbefehls seinen Körper nicht der Regierung unterwerfen wolle, habe locker 20'000 Franken im Sack.
Und zweitens: Wenn Gutbetuchte dem Impfen derart einfach mit einer Zahlung ausweichen können, bringt die Impfpflicht wiederum nichts. Diesfalls ginge es dem Staat dann nicht mehr um die Volksgesundheit, sondern nur noch ums Kassieren. Also könnte er die Impfübung genauso gut abblasen und stattdessen ein paar Radarkästen mehr aufstellen oder die Steuern erhöhen.

Der St. Galler Regierungsrat hat anscheinend noch nicht realisiert, dass «seine» Bürger keine Leibeigenen sind, und über ihren Körper selbst entscheiden wollen.

Bruno Hug, Linth24 / Toogenburg24
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