Die Botschaft geht zu wenig auf die aktuelle Lage der Gesundheitsversorgung ein. Fachkräftemangel, psychische Gesundheit, Ausbildung und Frühe Förderung werden aussenvorgelassen.
Keine Aufmerksamkeit im Gesundheitsgesetz
Angesichts der hohen und immer weiter steigenden Kosten für das Gesundheitssystem, die Versicherten sowie für die Unternehmen ist es für die SP unverständlich, weshalb das Gesundheitsdepartement das Thema psychische Gesundheit ausgelassen hat. Spezifisch die Bedarfsplanung universitärer Berufe im Gesundheitsbereich (Psychotherpeut:innen, Psychiater:innen, aber auch Hausätzt:innen und weitere spezialisierte Fachkräfte) und damit auch die Sicherung der Grundversorgung für psychische und psychiatrische Erkrankungen werden im Entwurf vollständig weggelassen. Auch das Thema Frühe Förderung als Handlungsfeld der Prävention wird nicht mitgedacht. Die Erkenntnisse aus der Forschung, die die Wichtigkeit der Frühen Förderung unterstreichen, werden ignoriert und nicht mit den Folgekosten für das Gesundheitssystem verbunden. Das beunruhigt, zumal sogar der Bund die Frühe Förderung als Handlungsfeld der Prävention einordnet und die Bedeutung für die Gesundheit während des ganzen Lebens definiert. Die grosse finanzielle und soziale Belastung für Institutionen der sozialen Sicherung, der Schulen und Unternehmen durch psychische Erkrankungen sind grösser denn je, finden jedoch keine Aufmerksamkeit im neuen Gesundheitsgesetz.
Ganzheitliche Gesundheitsstrategie gefordert
Die SP fordert Bestimmungen zur psychischen Gesundheit und (kinder- und jugend-) psychiatrischen Grundversorgung sowie zur Frühen Förderung. Eine präzisere Definition der Rolle des Kantons bezüglich Sicherung der Bedarfsplanung und Ausbildung von Fachpersonen der Gesundheitsversorgung ist notwendig. Das Funktionieren der medizinisch/gesundheitlichen Grundversorgung im Kanton und der Zugang dazu hängen stark von den Ausbildungsmöglichkeiten ab. Der Entwurf sieht hierzu nur Regelungen im Pflegebereich vor. Die SP fordert eine ganzheitliche Gesundheitsstrategie mit Rücksicht auf die aktuelle Lage und die Lebenswelten der Bevölkerung im Kanton.