Das zeichnet Edelstahl 1.4542 aus
Bei der Edelstahl-Legierung 1.4542 (international auch 17-4PH genannt) handelt es sich um einen strukturgehärteten rostfreien Stahl, der nach erfolgter Wärmebehandlung eine Härte von ca. 43 HRC mitbringt. 1.4542 Edelstahl ist besonders widerstandsfähig, fest und robust. Seine Legierung besteht aus Chrom, Nickel, Kupfer und Molybdän.
Folgende Eigenschaften zeichnen Edelstahl 1.4542 aus:
- sehr korrosionsbeständig
- gute Härte im wärmebehandelten Zustand (43HRC)
- besonders hohe Kerbschlagzähigkeit (=Materialkennwert, der die Widerstandsfähigkeit eines Werkstoffs gegen eine schlagartige Beanspruchung misst, etwa bei Stössen)
- gehört zu den besten martensitischen Edelstählen (=sehr harte, spröde Kristallstruktur in Metallen; entsteht durch schnelles Abkühlen)
- enthält kaum Chromkarbide, was diesen Edelstahl sehr unempfindlich gegen intergranulare Korrosion (=Kornzerfall) etwa durch Rost macht
Wofür Edelstahl 1.4542 eingesetzt wird
Hochwertige Edelstahlprodukte, wie der 1.4542 Edelstahl, werden unter anderem für den Maschinenbau, Werkzeugbau und spezielle Sonderkonstruktionen eingesetzt. Hochbelastbare Wellen, Zahnräder oder Bolzen oder andere Maschinenteile werden aus diesem Material hergestellt.
Der Werkstoff 1.4542 wird aufgrund der guten Härte und Korrosionsbeständigkeit in der Schweiz auch für die Herstellung von Instrumenten für die Medizin oder in der Automobilindustrie verwendet. Es werden etwa Einspritz- oder Kraftstoffsysteme (Wellen, Sitzringe, Ventilnadeln) aus diesem Edelstahl hergestellt.
Schweizer Unternehmen beziehen Edelstahl 1.4542 häufig bei dem deutschen Unternehmen Stainless Früchtl. Dieser ist einer der führenden Hersteller für Edelstahl.
Vor allem zum Schweissen während laufenden Industrieprozessen ist Edelstahl 1.4542 besonders gut geeignet. Der Schweissprozess sollte idealerweise vor der Alterung des Stahls, also vor der Wärmebehandlung, erfolgen, um eine Versprödung der Wärmeeinflusszone zu verhindern.
Der Werkstoff 1.4542 kann von 950 bis 1200 °C warmgeschmiedet werden. Um seine maximale Härte zu entfalten, ist im Anschluss ein erneutes Lösungsglühen erforderlich.