Home Region Schweiz/Ausland Sport Rubriken Agenda
Leserbrief
Region
19.05.2021

Toggenburger Lebensmittel statt mehr Importe

Kühe sind ideal für das Toggenburg. Weniger Tiere heisst weniger Toggenburger Fleisch und Milch – somit weniger Einkommen.
Kühe sind ideal für das Toggenburg. Weniger Tiere heisst weniger Toggenburger Fleisch und Milch – somit weniger Einkommen. Bild: Christian Vogel, Dietfurt
Eine Hauptforderung der TWI ist, dass Landwirte nur so viele Tiere halten dürfen, wie sie mit dem «auf dem Betrieb produzierten Futter» versorgen können. Das führt im Toggenburg zu riesigen Nachteilen.

Haben Sie ein schlechtes Gefühl, wenn Sie Hahnenwasser oder bei einer Wanderung aus dem Brunnen trinken? Die Trinkwasser-Initiative (TWI) will uns diesen Eindruck geben. Dazu erklärt sie unfairerweise die Landwirtschaft zum alleinigen Sündenbock für alle Umweltprobleme.

Eine Hauptforderung TWI ist, dass Landwirte nur so viele Tiere halten dürfen, wie sie mit dem «auf dem Betrieb produzierten Futter» versorgen können. Das betrifft gewöhnliche Betriebe genauso wie Bio-Betriebe und führt im Toggenburg zu riesigen Nachteilen:

Toggenburger Landschaft hoch gelegen, steile Böden, kleinräumige Landwirtschaft. Bild: Christian Vogel, Dietfurt

Die Nachteile für die Toggenburger Bauern

Die Landwirte verkaufen sich seit Jahrhunderten bei strengen Wintern und verregneten Sommern gegenseitig Heu.

Sie müssten neu das Futtergetreide für ihre Hühner und Schweine sowie das Kraftfutter für die Milchkühe zu 100 Prozent auf dem eigenen Hof anbauen.

Sehr viele der über 1’000 Toggenburger Bauernfamilien wird die TWI darum hart treffen: Einerseits stehen nicht genügend Flächen für den Futteranbau zur Verfügung. Andererseits ist in den steilen Hängen von Mosnang oder den hohen Lagen von Hemberg aus topografischen oder klimatischen Gründen der Getreideanbau kaum möglich.

Unmöglich mit der Trinkwasserinitiative – Bio-Pouletmast bei Dietfurt, stattdessen mehr Importe. Bild: Christian Vogel, Dietfurt

Fazit

Die Anzahl Hühner, Schweine und Kühe müsste massiv reduziert oder der Betriebszweig ganz aufgegeben werden. Die regionale Versorgung der Bevölkerung mit Eiern, Poulet, Schweinefleisch sowie Milch bricht ein. So werden im Ladenregal die Schweizer Nahrungsmittel teurer und die Lücken mit Lebensmitteln aus dem Ausland gefüllt. Die TWI ist also eine Import-Initiative. Mehr Lebensmittel-Importe haben nur schädliche Auswirkungen: klägliche Kontrollen, sinkende Selbstversorgung und weniger Wertschöpfung im Toggenburg.

160'000 Arbeitsplätze abhängig

Das fehlende Geld im Portemonnaie unserer Bauernfamilien führt auch zu weniger Investitionen. Das hat Folgen für den Landmaschinenmechaniker, den Lohnunternehmer und die Handwerksbetriebe. Insgesamt sind 160'000 Arbeitsplätze von der einheimischen Lebensmittelproduktion abhängig.

Deshalb ist die Empfehlung zu dieser Abstimmung ein NEIN.

Kommentar

Die Eltern von Christian Vogel haben selbst einen Bauernhof. Das Bild mit den Kühen ist vom Bauernhof seiner Eltern.

Christian Vogel, Dietfurt/Toggenburg24
Demnächst