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Bildung
11.08.2022

Einsparungen durch grössere Mittelschulklassen im Kanton St. Gallen

Nach den Ferien starten die St. Galler Mittelschulen mit vollen Klassen. Das Bildungsdepartement rechnet vor, wie viel Geld dadurch eingespart werden kann. (Symbolbild) Bild: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Durch grössere Mittelschulklassen will das St. Galler Bildungsdepartement über die ganze Ausbildungsdauer hinweg 10 Millionen Franken einsparen. Dafür wurden Schülerinnen und Schüler an andere Schulorte umgeteilt. Dies sei nicht ungewöhnlich, hiess es auf Nachfrage

Die sechs staatlichen Mittelschulen im Kanton St. Gallen erwarten zum Schulstart am kommenden Montag rund 4800 Schülerinnen und Schüler. 1327 davon sind Neueintritte. Diese Zahl liege leicht unter dem Niveau des Vorjahres mit 1350 Neueintritten, teilte das Bildungsdepartement am Donnerstag mit.

Die neuen Schülerinnen und Schüler werden auf 59 Klassen verteilt. Dies ergibt durchschnittlich 22,7 Schülerinnen und Schüler pro Klasse. Die hohe Zahl sei dadurch erreicht worden, "dass rund 60 Schülerinnen und Schüler an andere Schulorte oder in andere Schwerpunktfächer umgeteilt wurden".

Diese Massnahmen könne das Bildungsdepartement verfügen. Es liessen sich dadurch "sechs Klassen oder rund zehn Millionen Franken über die vierjährige Ausbildungsdauer einsparen". Eine zusätzlich gebildete Klasse an einer Mittelschule verursache Kosten von jährlich rund 480'000 Franken, rechnete das Departement vor.

Jedes Jahr Umteilungen

Solche Umteilungen seien nichts Neues und fänden jedes Jahr statt, erklärte Adrian Bachmann vom Amt für Mittelschulen auf Nachfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Damit werde "ein permanenter Sparauftrag" erfüllt. Unter- oder Übergrössen von Klassen würden ausgeglichen. Auch mit den grösseren Klassen könne die Bildungsqualität garantiert werden.

Es habe auch schon Jahre mit um die 100 Umteilungen gegeben. Auf diese mögliche Massnahme würden die Eltern der Schülerinnen und Schüler bei der Anmeldung hingewiesen. Vor dem Entscheid werde den Erziehungsberechtigten das rechtliche Gehör eingeräumt. Beschwerden vor dem Verwaltungsgericht habe es deswegen schon länger nicht mehr gegeben.

Erfahrungsgemäss seien nach der Probezeit Abgänge zu verzeichnen. hiess es in der Mitteilung zum gleichen Thema. Dadurch würden sich die Klassenbestände während des ersten Schuljahres auf einem tieferen Niveau einpendeln.

Kaum Jugendliche aus der Ukraine

Bisher wurden an den St. Galler Mittelschulen kaum Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine aufgenommen. Im Rahmen des Integrations- oder Brückenangebots sei festgestellt worden, "dass insbesondere die Sprachkompetenzen in den beiden obligatorischen Landessprachen für einen Besuch einer Mittelschule häufig nicht ausreichen".

Künftig solle es aber möglich sein, dass Jugendliche aus der Ukraine als Hospitanten in die Mittelschule aufgenommen werden. Es sei davon auszugehen, "dass es relativ wenige Schülerinnen und Schülern sein werden, die auf diesem Weg in eine Mittelschule eintreten". Im Kanton St. Gallen gib es die Kantonsschulen am Burggraben St. Gallen, am Brühl St. Gallen, Heerbrugg, Sargans, Wattwil und Wil.

Keystone-SDA/Toggenburg24