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Bildung
21.08.2022
21.08.2022 13:34 Uhr

SP St.Gallen: "Verpasste Chance für ausgeglichenere Bildungslandschaft"

Die Mittsprache des Mittelbaus an der HSG ist aus SP-Sicht ungenügend (im Bild: Die HSG bei Nebel). Bild: Universität St.Gallen
Bei der SP-Fraktion herrscht darüber Ernüchterung: Keine ihrer in der Vernehmlassung eingebrachten Forderungen wurden aufgenommen.

Das neue Universitätsgesetz liegt vor. Bei der SP-Fraktion herrscht darüber Ernüchterung: Keine ihrer in der Vernehmlassung eingebrachten Forderungen wurden aufgenommen. Im Gesetz bleibt weiterhin definiert, dass die Universität St.Gallen eine Wirtschaftsuniversität ist. SP Bildungspolitiker Daniel Baumgartner sagt: «Wir hatten nicht erwartet, dass die St.Galler Regierung im neuen Gesetz die von uns schon lange gewünschten Schritte hin zu einer Voll-Universität unternimmt. Wir hatten aber doch gehofft, dass mindestens eine Verbreiterung der Ausrichtung zu erkennen wäre.» Aus der Sicht der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten braucht dieser Kanton keine starr auf Management, Wirtschaft und Recht ausgerichteten Studiengänge.

Fachliche Verbreiterung nötig

Eine fachliche Verbreiterung der HSG wäre aus SP-Sicht dringend notwendig. Daniel Baumgartner: «Ein langfristiges Ziel sollte eine interdisziplinäre Ausrichtung sein, die die vielfältige Gesellschaft des Kantons und der Ostschweiz widerspiegelt. Aus unserer Sicht muss die St.Galler Universität der Abwanderung von Fachkräften ganz unterschiedlicher Fachrichtungen in andere Regionen der Schweiz entgegenwirken. Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit systemrelevanten Themen wie Umwelt und Nachhaltigkeit sowie mit den Naturwissenschaften, aber auch mit Ethik und Inklusion» Die wenigen im Gesetz nun eingebrachten Verbreiterung der HSG durch die neuen Studiengänge Informatik und Medizin werden von der SP im Sinne eines kleinen Schrittes zur Verbreiterung der Universität unterstützt

Als absolut ungenügend bewertet die SP die Mitsprache des Mittelbaus: Den Gruppierungen der Fortgeschritten Forschenden und Lehrenden, der Studierenden und Doktorierenden sowie des akademisch-wissenschaftlichen und administrativ-technischen Personals stehen lediglich 40 % der Sitze im Senat zu. Die weiteren Sitze den ordentlichen und assoziierten Professorinnen und Professoren. Die SP fordert hier eine klare Verschiebung: Den Professorinnen und Professoren sollen nicht mehr als 50 % + 1 Stimme zukommen.

Nicht einverstanden ist die SP damit, seine Mitsprache über die Wahl des Universitätsrates aufgeben soll. Gerade die Turbulenzen der letzten Jahre haben gezeigt, dass es eine gewisse politische Mitsprache und Steuerung braucht. Und es haben diese auch gezeigt, dass es für die Institute, mehr Vorgaben braucht. Die neu vorgesehen Aufsicht durch den Rektor ist zu begrüssen – jedoch sind die Kontrollen über die Institute und deren Rechte und Pflichten weiterhin unzureichend geregelt. 

Eine Neuerung ist das neue Gesetz über die privaten Hochschulen. Hier geht es unter anderem oder vor allem um die Schweizer Hochschule für Logopädie (SHLR) in Rorschach. Aufgrund des sehr grossen Mangels an Logopädinnen und Logopäden an den St.Galler Volksschulen braucht es diese Schule dringend und für die SP ist es richtig, dass dafür die gesetzliche Grundlage geschaffen wird.

SP St.Gallen