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Schweiz
12.01.2026

Alarmrufe der SRG-Chefin

Blickt dem 8. März mit Nervosität entgegen: SRG-Chefin Susanne Wille.
Blickt dem 8. März mit Nervosität entgegen: SRG-Chefin Susanne Wille. Bild: Archiv
SRG-Generaldirektorin Susanne Wille warnt eindringlich vor der sogenannten Halbierungsinitiative. Doch das Interview im «Sonntagsblick» zeigt vor allem eines: eine nervöse SRG-Spitze.

Im «Sonntagsblick» wird die SRG-Chefin mit kritischen Fragen konfrontiert. Weshalb beispielsweise lief am Neujahrsabend trotz der Tragödie von Crans-Montana kein SRF-Sonderprogramm zur Primetime? Wille verweist auf Würde, Tonalität und Zuständigkeiten – echte Selbstkritik bleibt aus. 

UKW: Verantwortung vertagt

Beim UKW-Ausstieg räumt Wille einen Fehler ein – spät. Hunderttausende Radiokonsumenten fühlten sich übergangen. Doch auch hier bleibt vieles diffus: Der Ball liege beim Bakom, die Bedingungen seien unklar.

«SRG kaputt machen»

Im Abstimmungskampf greift Wille zu grossen Worten. Die sogenannte Halbierungsinitiative, die aber eigentlich eine Begrenzungsinitiative der Serafe-Gebühren von 356 auf 200 Franken ist, bedeute das Ende der SRG. Was genau wegfallen würde, sagt sie jedoch kaum. Statt konkreter Szenarien beschwört sie Vielfalt, Zusammenhalt und sogar die Sicherheit des Landes.

Dabei stellt sich die zentrale Frage weiter unbeantwortet: Muss wirklich jedes Unterhaltungsformat, jede Sportübertragung Teil des Service public sein?

Mitarbeiter fahren 1. Klasse

270 Millionen Franken sollen eingespart werden. Gleichzeitig verteidigt Wille 1.-Klasse-Zugreisen für Mitarbeitende. Solche Details mögen klein sein, wirken aber symbolisch – und verstärken den Eindruck einer SRG, die ungern bei sich selbst beginnt.

Allein im Abstimmungskampf

Auffällig: Frühere SRG-Granden schweigen. De Weck, Marchand, Walpen – sie alle halten Abstand. Susanne Wille kämpft weitgehend allein. Das schwächt nicht nur die Kampagne, sondern wirft Fragen auf.

Zu wenige Erklärungen

Die SRG fordert Vertrauen, erklärt aber zu wenig. Wer Kritik reflexartig als Angriff auf die Schweiz deutet, macht es sich zu einfach – und überzeugt am Ende weder Skeptiker noch Unentschlossene.

Thomas Renggli / Toggenburg24
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