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31.01.2021

Genuss mit Dietiker: Eine fast 700-jährige Tradition

Fasnachtschüechli wurden 1145 im Kloster Klingental in Basel erstmals erwähnt und gehören bis heute zur Fasnacht. Bild: Linth24 / Hansjörg Dietiker, Migros?
Fasnacht ohne Fasnachtschüechli? Undenkbar! Aber dieses Jahr gibt’s keine Fasnacht! Dafür Fasnachtschüechli…

Nachdem die Fastnachtsveranstaltungen wegen Corona abgesagt werden mussten, wird ein Hauch von Narrentreiben und Schnitzelbänken digital über die Bildschirme gehen. Handfest werden nur die knusprigen Fasnachtschüechli unsere Erinnerungen wecken.

Erstmals wird das Fasnachtsgebäck im Jahre 1445 im Kloster Klingental in Basel erwähnt. Logisch, die Basler Fasnacht hat ja eine besondere Bedeutung und Tradition. Nach dem Aschermittwoch begann ja die 40-tägige Fastenzeit und da wollte man sich zuvor noch an kalorienreichen Fettgebäcken erfreuen!

Der Teig der Fasnachtschüechli enthält v.a. Eier, Rahm und Mehl. Bestäubt wird das Gebäck mit Puderzucker. Bild: Linth24 / Hansjörg Dietiker

Schweizer Faschinggebäck

So nennen unsere nördlichen Nachbarn unsere Fasnachtschüechli. In der Schweiz gibt es viele regionale Bezeichnungen, vom Kiechle in Basel über den Chilbi-Blätz in Bern bis zum Öhrli in der Ostschweiz. In Luzern sagt man Chneu-Blätz, weil die Teiglinge früher übers Knie gelegt und so hauchdünn ausgezogen und geformt wurden. Meistens im Frauenchränzli…

Die Zubereitung ist relativ einfach: Der Teig besteht vor allem aus Eiern, Rahm und Mehl und hat die Konsistenz von weichem Hefeteig. Der auf etwa 25 cm Durchmesser ausgewallte Teig wird in heissem Fett knusprig durchgebacken und dabei einmal gewendet. Noch nicht ausgekühlt mit Puderzucker bestäuben und nach ein paar Stunden sind die Leckerbissen genussbereit. Aber Achtung, frisch schmecken sie am besten (Haltbarkeit nur zwei Tage).

Während der Hochsaison werden die Chüechli täglich in hohen Stückzahlen produziert. Bild: Linth24 / Hansjörg Dietiker

Fast eine Million pro Tag!

Selbstverständlich kann man die Fasnachtschüechli auch in Bäckereien und bei Grossverteilern kaufen. Allein der Schweizer Markt-Leader Midor (Migros) produziert von Mitte Dezember bis zur Basler Fasnacht täglich rund 600'000 normale Chüechli sowie 270'000 Mini-Fasnachtschüechli im Dreischichtbetrieb. Man muss sich das mal vorstellen: Fast eine Million dieser zerbrechlichen Dinger pro Tag – das entspricht 10'000 Paletten und 300 Bahnwagen!

Knieplätze nach Grossmutterart:

Und hier doch noch ein traditionelles Rezept, das von SRF ausgestrahlt wurde:

Zutaten (für 32 - 35 Stück): 800 - 900 g Mehl,10 Eier, ½ l Rahm (oder 180 g Butter und ½ Tasse Rahm oder Milch), ½ Löffel feiner Zucker, eine schwache Handvoll fein geriebenes Salz, Backfett.

Zubereitung: Zuerst verklopfe man die Eier eins nach dem andern gut in einer Schüssel, sodann Zucker, Salz, Rahm und die gerührte Butter zugefügt, zuletzt so viel Mehl nach und nach darunter gerührt, bis man nicht mehr rühren kann.

Sodann vom Rest des Mehls noch so viel mit der Hand hineingewirkt, bis der Teig gut ist. Hierauf wirke man ihn auf einem mit Mehl bestreuten Brett ziemlich lange, d.h. bis er schön glatt ist, und schlage ihn mitunter auf das Wirkbrett, dass er mürbe und gut weich wird. Nun teile man den Teig in 3 Stücke und wirke jedes unter 3 Malen und jedes Mal einige Minuten und lasse sie inzwischen ruhen. Hierauf wickle die Brötchen in ein feuchtes Tuch und stelle sie über Nacht kühl.

Anderntags teile man die Brötchen in eigrosse Stücke, walle sie rund und so dünn als möglich aus, ziehe die Kuchen noch sorgfältig mit den Händen (oder auf dem Knie) auseinander, jedoch ohne sie zu zerreissen, lege sie zum Antrocknen auf ein reines Tuch, und nachdem backe man die Küchlein im heissen, schwimmenden Backfett nur blassgelb. Während dem Backen werden sie mit 2 Schindeln immer ins Fett hinuntergetaucht, damit sie recht faltig und nicht glatt werden. Auch das Wenden geschehe mit den Schindeln und sorgfältig, damit sie nicht brechen.

St. Meinrad mit der wunderbaren Sonnenterrasse (l.) und Etzel-Kulm mit der prachtvollen Rundsicht (Mitte, klein). Bild: Linth24 / Hansjörg Dietiker

Gastronews vom Etzel

Der Etzel ist ein beliebtes Ausflugsziel in unserer Region. Bereits im April übernehmen Nadja und Christian Leschhorn des Restaurant Meinrad auf dem Etzelpass. Sie lösen Nadja und Erwin Zettel ab, die zehn Jahre erfolgreich den Gastbetrieb geführt haben.

Im Etzel-Kulm geht die langjährige Wirtin Daniela Kälin in Pension. Als Nachfolger konnten zwei engagierte Jungunternehmerinnen gewonnen werden: Chantal Helling und Monika Meister, beide mit Hotelfachschul- Diplom. Sie werden ab August – nach einer sanften Renovation – auf dem Etzel-Kulm das Zepter übernehmen.

Hansjörg Dietiker, Linth24/Toggenburg24