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02.04.2021
02.04.2021 07:57 Uhr

Osterhase erstmals erwähnt im 17. Jahrhundert

Schoggi–Osterhasen (Symbolbild) Bild: Tagblatt.ch
Der Sohn des aus Glaubensgründen aus Frankreich geflüchteten Pastors schildert einen Brauch, wonach ein Osterhase die Eier lege und verstecke. Die Kinder würden sie dann suchen.

Der Osterhase wird, soweit bekannt, zum ersten Mal in der Dissertation des Frankfurter Arztes Johannes Richier erwähnt, der bei dem angesehenen Heidelberger Medizinprofessor Georg Franck von Franckenau im Jahr 1682 mit der Abhandlung «De ovis paschalibus – von Oster-Eyern» promoviert wurde.

Der Sohn des Pastors Jean Richier schildert eben, dass ein Osterhase die Eier legen und verstecken würde, und sie dann zum Vergnügen der Erwachsenen unter Gelächter von den Kindern eifrig in Gärten gesucht würden.

Er erwähnt dabei, dass es eine Fabel sei, dass der Osterhase die Eier verstecke, die man Einfältigen und Kindern aufbindet.

Eier versteckt im Frühlingsgarten Bild: zVg

Schokoladenhasen werden erschwinglich

Der Grund für den kräftigen Aufschwung, den der Osterhasen-Glaube schließlich im 19. Jahrhundert nahm, ist nach Auffassung der Kulturwissenschaft in der industriellen Herstellung von billigem Rübenzucker zu finden, wodurch die Produktion von erschwinglichen Schokoladenhasen und -eiern erst möglich wurde.

Giessformen (Symbolbild) Bild: zVg

Glaube an den Osterhasen

Es gilt weithin als unschädlich, kleineren Kindern zu vermitteln, der Osterhase bringe Eier und Süßigkeiten zum Osterfest. Nach Auffassung von Psychologen rege diese Illusion die Fantasie an und unterstütze die kognitive Entwicklung. Allerdings sollten kritische Fragen und Zweifel der Kinder unterstützt werden, sodass der Glaube an den Hasen auch durch Austausch mit anderen Kindern schließlich von selbst verschwindet.

Heute ist der Phantasie der Herstellung von Schoggi–Hasen keine -Grenzen gesetzt. Bild: zVg

Osterhase international

Durch deutschsprachige Auswanderer wurde der Osterhase auch außerhalb Europas verbreitet. Insbesondere in den USA hat er eine gewisse Popularität gewonnen. Im Englischen überwiegt dabei die Bezeichnung «Easter Bunny» gegenüber der wörtlichen Übersetzung «Easter Hare», sodass die Figur häufig als Kaninchen verstanden wird.

In Australien wird seit den 1970er-Jahren dem «Easter Bunny» ein «Easter Bilby» zur Seite gestellt. Damit soll auf die – nicht zuletzt durch die Ausbreitung der europäischen Kaninchen – bedrohte Tierart Großer Kaninchennasenbeutler («Bilby») hingewiesen und durch Verkauf von Schokoladenbilbies Geldmittel für einen Erhaltungsfonds gesammelt werden.

Patricia Rutz/toggenburg24