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Kanton
10.03.2021

Spargel-Wirrwarr im Rheinpark

Der derzeit angebotene Spargel ist stammt nicht aus der Region, sondern aus weit entfernten Ländern Bild: Ulrike Huber
Ein Verkaufsstand mit dem Slogan «Aus der Region – für die Region», an dem bereits jetzt Spargeln angeboten wurden, hat für Aufregung gesorgt.

Ein Kommentar auf Facebook hat gestern im Netz Aufsehen erregt. Mit einem Bild von einem Gemüsestand im Eingangsbereich des Migros-Marktes St.Margrethen. Wie kann ein Gemüsestand Aufsehen erregen, wird sich der geneigte Leser fragen. Weil auf dem Gemüsestand gross für die Migros-Aktion «Aus der Region – für die Region» geworben wurde. So weit, so gut. Der Fehler dabei: An diesem Verkaufsstand wurden Spargeln angeboten.

Regionale Spargeln erst ab Ostern

Was dem in Landwirtschaft bei einem grossen Spargelbetrieb tätigen Facebook-User Albert Sutter aufgefallen ist. Als Fachmann weiss Sutter natürlich, dass es regional geerntete Spargeln erst ab Ostern geben wird. «Erst nach Ostern nimmt die Ernte dann wirklich Fahrt auf, dann gibt es die «Königin des Gemüses»wieder für alle», sagt Sutter im Gespräch.

Das Corpus Delicti: der Verkaufsstand mit dem Werbeslogan «Aus der Region - für die Region» samt den links in den Körben präsentierten Spargeln Bild: Albert Sutter

Der Anblick des Migros-Verkaufsstandes hat Albert Sutter geärgert, als er am vergangenen Montag einkaufen war. Weshalb er auf Facebook ein Post verfasste. «So etwas ist Irreführung von leichtgläubigen Konsumenten… Wir Produzenten geben uns grösste Mühe, euch mit regionalen Produkten zu versorgen, unter anderem auch mit frischen Ostschweizer Spargeln! Wenn ein normaldenkender Mensch dieses Bild, das den Migros-Verkaufsstand darstellt, anschaut, geht er doch davon aus, dass der dort angebotene Spargel aus der Region ist... leider weit gefehlt.»

Spargeln aus exotischen Ländern

Wie eine Nachschau im Rheinpark am Dienstag ergeben hat, kommt der derzeit verkaufte Spargel aus so exotischen Ländern wie Peru und Mexiko. Und aus weniger exotischen wie Spanien. Was aber an Ort und Stelle noch zu sehen war: Der kritisierte Verkaufsstand war schon wieder abgebaut und verschwunden. «Das finde ich sehr positiv. Respekt vor der schnellen Reaktion der Migros. Schliesslich ist es ja so: Wo gearbeitet wird, passieren auch Fehler. Umso besser, wenn diese gleich erkannt und berichtigt werden», freut sich Albert Sutter über das rasche Handeln des Grossverteilers.

Was die Migros selbst dazu sagt? Pressesprecher Andreas Bühler von der Ostschweizzentrale der Migros in Gossau hat zu dem Vorfall Stellung genommen:

«Wir haben im Rahmen der Förderung des Absatzes von regionalen Produkten in den vergangenen vier Wochen Produktpromotionen zum Thema «Aus der Region. Für die Region.» (AdR) in unseren Verkaufsstellen durchgeführt. Auch im Rheinpark wurden unter einem AdR-Marktstand verschiedene regionale Produkte präsentiert. Die Idee der Mitarbeitenden vor Ort war, regionale Produkte zu präsentieren, die zu Spargeln passen. Die Spargeln selbst wurden nicht unter, sondern unmittelbar neben dem AdR-Marktstand platziert.»

Ausländische Herkunft prominent ausgezeichnet

Was eine logische Erklärung zu sein scheint. Andreas Bühler weiter: «Wir verstehen, dass Kunden durch die räumliche Nähe von AdR-Marktstand und Spargeln von ausländischer Herkunft irritiert sein konnten. Allerdings war die ausländische Herkunft der Spargeln prominent ausgezeichnet. Wir haben unsere Mitarbeitenden darauf sensibilisiert, bei künftigen AdR-Promotionen darauf zu achten, dass keine Missverständnisse betreffend der Herkunft von Produkten mehr entstehen können.

Der Abbau des Standes erfolgte regulär mit dem Ende der AdR-Promotion am vergangenen Montag. Wir planen bereits in Kürze einen nächsten Promotionsschwerpunkt mit regionalen Produkten.»

gmh/uh/toggenburg24