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03.04.2021
03.04.2021 14:28 Uhr

Warum denn Eier zu Ostern?

Ostereier (Symbolbild) Bild: zVg
Da die Fastenzeit über sechs Wochen dauert, erfolgte die Haltbarmachung durch Hartkochen der Eier. Um ältere Eier von jüngeren zu unterscheiden, färbte man sie unterschiedlich.

Das Dekorieren von Eierschalen ist weitaus älter als die christliche Tradition, was 60.000 Jahre alte Funde dekorierter Straußeneier aus dem südlichen Afrika beweisen. Auch wurden 5.000 Jahre alte verzierte Straußeneier in antiken Gräbern der Sumerer und Ägypter gefunden. Bemalte Eier als Grabbeigabe sind auch aus der europäischen Antike bekannt.

Die frühen Christen Mesopotamiens bemalten Eier rot, um an das Blut Christi zu erinnern, das er bei der Kreuzigung vergoss. Dass die Eier verschiedentlich gefärbt wurden, hatte praktische Gründe. Aufgrund des Fastengebotes der katholischen Kirche durften ab Aschermittwoch bis Ostern neben Fleisch auch keine Eier gegessen werden. 

Durch dass die hartgekochten Eier auch noch an Ostern gut waren, und sie eingefärbt wurden, damit man die älteren von den jüngeren unterscheiden konnte, hatte man am Ostersonntag verschieden gefärbte Eier zum Verzehr zur Verfügung.

Symbol für die Auferstehung

In der christlichen Ikonographie gilt das Ei als eines der Symbole für die Auferstehung Jesu Christi. Einige Autoren vergleichen das Öffnen der Schale mit dem des leeren Grabes am Ostermorgen. Auch kommt das Ei auf Marienbildern im Hintergrund oder als Randmotiv als Hinweis auf die Empfängnis Christi durch den Heiligen Geist vor.

Brauchtum von Armenien

Das Färben von Eiern zu Ostern ist ein Brauchtum, das von Armenien über Russland, den Mittelmeerraum bis hin nach Mitteleuropa bekannt ist.

In Deutschland werden gefärbte Eier erstmals im frühen 13. Jahrhundert erwähnt. Das Wort Osterei erscheint im 14. Jahrhundert in der Bedeutung «zu Ostern abzulieferndes Zinsei».

  • 1553 wird von roten Eiern bei der österlichen Speisenweihe berichtet.
  • 1617 spricht Puteanus in seinem Werk Ovi enconium von beschrifteten, bemalten und geätzten Ostereiern.
  • Desgleichen Georg Franck 1682 in der Schrift Satyrae, in der auch das Verstecken der Ostereier für Kinder und der Osterhase beschrieben werden.
  • Eine weitere Erwähnung des Brauches, die Eier für Kinder zu verstecken, stammt aus dem Tagebuch des Abtes Jakob vom Kloster Schuttern (Ortenaukreis) für das Jahr 1691.
Sorbische Ostereier (Slawien) Bild: zVg

Eier gehen bis zu den Babylonier zurück

Die Einbindung von Eiern in mystische und religiöse Riten vieler antiker Völker haben Forscher bis ins Zeitalter der Babylonier zurückverfolgt. Gefärbte Eier kommen im iranischen Raum vor.

  • Auch die chinesischen roten Eier symbolisieren einen Neuanfang. Sie werden Gästen oft zum ersten Geburtstag eines Kindes serviert.
  • Auch im Koran wird das Ei gelegentlich als Symbol für die Jungfräulichkeit benutzt.

Die Dekoration der Eier ist vielfältig

Um ausgeblasene bzw. hartgekochte Eier zu dekorieren, gibt es viele verschiedene Techniken, z. B. Bemalen oder auch komplizierte Batik-, Kratz- und Ätztechniken.

Oft werden diese Eier an einen Strauß aus Birkenzweigen, den so genannten Osterstrauß, gehängt oder kunstvoll, manchmal auch mit anderen Gaben in ein Osterkörbchen gelegt. Weitverbreitet werden auch einfach kahle Äste von im Garten stehenden Bäumen in der Osterzeit mit den Eiern geschmückt.

Strauss mit Osterei Bild: zVg

Besondere Bedeutung der Verzierung

Insbesondere in den slawisch geprägten Teilen Europas zeichnen sich die Eier durch eine besonders kunstvolle und aufwändige Verzierung aus. Speziell bei der Batiktechnik werden drei traditionelle Muster aufgetragen.

  • Die Sonnenstrahlen, die entstehen, wenn man mit einer Glasnadel das heiße Bienenwachs als gezogene Tropfen oder Striche aufträgt, stehen in der Symbolik für Glück und Zufriedenheit.
  • Die Wolfzähnchen werden mit einem zurechtgeschnittenen Federkiel als Dreiecke in verschiedenen Formationen aufgetragen und stehen in der Symbolik für den Schutz vor Unheil und Krankheiten.
  • Und die Bienenwaben, die durch Dreiecksmuster entstehen, deren Oberkante die Wolfszähnchen bilden können, stehen in der Symbolik für Reichtum und gute Ernte und Erträge.
Strauch mit Ostereiern Bild: zVg

Farben der Bemalung haben Bedeutungen

  • Rot symbolisiert den Opfertod Christi.
  • Gelb steht für den Wunsch nach Erleuchtung und Weisheit.
  • Weiß ist die Farbe der Reinheit.
  • Grün steht für Jugend und Unschuld.
  • Orange für Kraft, Ausdauer und Ehrgeiz.
Kind am Ostereier suchen Bild: zVg

Ostereier für die Kinder

Kindern wurde je nach Gegend erzählt, dass die Ostereier vom Hahn, dem Kuckuck, dem Fuchs, dem Storch oder dem Hasen gebracht werden.

In neuerer Zeit hat sich der Osterhase als Eierbringer überregional durchgesetzt. Heute suchen die Kinder meist am Ostermorgen die versteckten Ostereier.

Um das Osterei gibt es ganz verschiedene Bräuche je nach Land.

Patricia Rutz/Toggenburg24