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Kanton
16.04.2021

Freude, Wut und Hektik bei St.Galler Gastronomen

Am Montag dürfen Restaurant und Bars nach langem wieder öffnen. Bild: Pixabay
Die einen Gastronomen freuen sich, dass sie die Terrassen am Montag endlich wieder öffnen dürfen und andere sind noch wütender als zuvor. stgallen24 hat sich umgehört.

Nach langem hin und her hat der Bundesrat gestern entschieden, dass Restaurants und Bars ihre Terrassen öffnen dürfen. In der Stadt St.Gallen schwankt die Stimmung einige Tage vor der Öffnung zwischen Euphorie und Wut. 

«Wir freuen uns, dass wir die Terrassen wieder öffnen dürfen. Endlich geht wieder etwas!»,  sagt Agnes Aepli, Geschäftsführerin der Südbar. «Alles bis am Montag vorzubereiten, wird aber stressig. Trotzdem werden wir als Team zusammenhalten und das schaffen.»

Maskenpflicht gibt zu Denken

Die Südbar will aber keine Reservierungen annehmen, da es Gästen gegenüber, die spontan vorbeikommen wollen, nicht fair sei. «Es gilt eine grundsätzliche Maskenpflicht, wenn man aber gerade konsumiert, dann darf darf man sie natürlich ausziehen. Sobald man aber fertig ist, muss sie wieder angezogen werden. Auch beim Sitzen. Das macht mir ein wenig bedenken, da ein Gast, der seine Maske nicht anhat, schnell mal sagen kann: Ich wollte gerade einen Schluck nehmen», so die Geschäftsführerin.

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«Meine Terrasse bleibt zu»

Ernesto Nicastro, Pächter des Restaurants Kollosseum, sieht die Situation etwas anders: «Es ist ein Witz. Wie soll ich bitte Gäste bedienen und warmes Essen auftischen, wenn das Wetter nächste Woche nicht mitmacht? Die wollen uns doch alle verarschen.»

Der Bundesrat habe das nur gemacht, um die Aufregung in der Gastrobranche zu besänftigen. Hilfsgelder habe er auch noch nicht bekommen. «Ich werde nicht aufmachen», so der Pächter wütend. 

Ein weiterer Grund weshalb er nicht aufmacht, sind die vielen Leute die in den Frühlingsferien seien. Nicastro verstehe nicht, weshalb Hotels ihre Restaurants ganz öffnen dürfen und die «normalen» Restaurants nicht. Schliesslich sei das Infektionsrisiko gleich. «Ich brauche mindestens zehn Tage Vorlaufzeit, bevor ich mein Restaurant wieder aufmachen könnte. Deshalb wird das nichts am Montag und bei dem Wetter sowieso nicht!»

Ernesto Nicastro pachtet das Restaurant Kolosseum seit 10 Jahren. Bild: Matilda Good

Keine Reservierungen

«Wir freuen uns sehr. Es ist ein erster Schritt in die richtige Richtung und wir stecken schon voll in den Vorbereitungen auf den kommenden Montag», sagt Lisa Kägi, Stellvertretende Geschäftleiterin der Focacceria. Im Moment hätten sie noch keine Reservierungen, aber sie warten noch auf das schönere Wetter und darauf, ob die Gäste spontan vorbeikommen.

«Auch wenn das Wetter nicht so mitspielen würde, haben wir zwei Sonnenschirme, die man auch bei Regen aufgeklappt lassen kann», sagt Kägi. Einzig habe sie bei der Maskenpflicht an den Tischen bedenken. Da müsse man noch die Details abklären. 

Auch die Vibez Bar wird öffnen, allerdings ist man skeptisch, ob es sich rendiert. Bild: Matilda Good

«Wir sind noch immer in der Schweiz»

Sebastian Amiel, Barbetreiber vom Vibez St.Gallen, sieht sich eher gezwungen zu öffnen: «Zum einen war es eine Erleichterung, dass der Bundesrat lockert, aber zum anderen herrscht grosse Ungewissheit. Die Härtefallgelder waren ziemlich mager und deshalb bleibt mir gar keine andere Wahl als zu öffnen. Man geht das Risiko ein, dass es sich nicht rentieren wird. Wir sind immer noch in der Schweiz und hier herrscht nicht jeden Tag 20 bis 25 Grad.»  Bei schönem Wetter hat Amiel knapp über 50 Plätze, bei schlechtem Wetter maximal 25 zur Verfügung. 

«Wir sind gerade mega im Stress, weil man so kurzfristig alles organisieren muss. Die Kunden freuen sich aber sehr und das motiviert uns. Nach der Sitzung vom Bundesrat gab es schon sehr viele Anfragen für Reservationen», so Amiel. Solange seine Innenbereiche zu sind, gibt es eine Mindestkonsumation von 20 Franken. 

Matilda Good/Toggenburg24