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Kanton
19.04.2021

St.Gallerin will als Influencerin durchstarten

Joya Steiner will mit Instagram durchstarten. Bild: Instagram: joyaangeliina
Joya Steiner gewann den Mikro-Influencer-Award in St.Moritz. Nun will die St.Gallerin auf Instagram durchstarten und erzählt, was hinter der heilen Welt von Instagram steckt und wie man am besten mit «Hate» umgeht.

Eigentlich studiert sie Psychologie in Bern, doch dann hat sie mal so ganz nebenbei den «Sunice Ambassador Contest« in St.Moritz gewonnen und ist seitdem das Gesicht des Fesivals. Nun will Joya Steiner aus St.Gallen mit Instagram durchstarten. 

Studium nicht an den Nagel gehängt

«Ich musste zwei Monate lang gegen 128 andere Influencer in kleinen Challenges antreten. Diese wurden immer anspruchsvoller und zeitaufwendiger. Meist ging es dabei um kleine Videos mit verschiedenen Aufgaben. Im Finale musste man dann einen Activity Movie drehen», erzählt die 21-Jährige. Joya Steiner gelang es, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen und geht als Schützling von Arina Luisa als kreativstes Nachwuchstalent aus 128 Teilnehmern hervor. Sie ist jetzt nicht nur das Gesicht des nächsten «Sunice Festivals», sondern darf sich auch über ein Preisgeld freuen. Zwar möchte sie das Studium nicht an den Nagel hängen, aber sich trotzdem auf das Influencen konzentrieren: «Ich würde es gerne als Nebenjob machen.»

«Viele haben die Schnauze voll vom perfekten Leben»

Doch was machen Influencer überhaupt? In der Öffentlichkeit wird der Beruf oft belächelt und nicht als «echter Job» wahrgenommen. Joya Steiner sieht das anders: «Das Influencer-Dasein sieht immer sehr einfach und schön aus, jedoch ist es ein sehr anstrengender Job. Man ist wirklich komplett von seiner Community abhängig und muss ständig abliefern und aktiv sein», sagt die Psychologie-Studentin.

Der finanzielle Aspekt hänge von Kooperationen ab, welche eher schwieriger zu bekommen sind – besonders als «Mikro»-Influencerin. Es sei vor allem schwierig Kooperationen zu bekommen, die gut sind und den Followern auch wirklich nutzen können. 

«Ansonsten nehme ich die Leute, die mir folgen, in meinen Alltag mit. Da ist vor allem Kreativität gefragt, um ihnen auch einen attraktiven Content zu bieten. Man sollte darauf achten, dass man sich von der Masse abhebt.»

Denn: Es werden immer mehr Influencer und deshalb sei es so schwierig sich durchzusetzen. «Ich denke, dass es etwas vom wichtigsten ist, wenn man authentisch ist. Die meisten haben die Schnauze voll von den perfekten Insta-Feeds und dem gefakten schönen Leben. Man sollte sich nicht verlieren und sich treu bleiben», so Steiner.

Ganz Links Joya Steiner, die in ihrer Freizeit Yoga macht. Bild: zVg

Verzerrte Wahrnehmung

Ein grosser negatiever Aspekt am Influencer-Leben sei, dass die Follower das Gefühl haben ihr Idol 100 Prozent zu kennen. «Viele vergessen, dass auch wenn man vieles auf Social Media teilt, man am  trotzdem nur zehn Prozent von einem ganzen Tag zeigt. Das verzerrt die Wahrnehmung oder führt dazu, dass in eine Schublade gesteckt wird, wo man eigentlich nicht hingehört.» Es sei ebenfalls ein ständiger Druck da, guten Content zu produzieren, um keine Follower zu verlieren. 

Sich selbst treu bleiben

Auf ihrem Instagram findet man viele Yoga-Sessions, wie beispielweise auf den Drei Weieren, Selfies, Stretch-Übungen und Outfit-Bilder.  Auch Hate habe die St. Gallerin schon einstecken müssen. «Früher habe ich relativ oft solche Erfahrungen gemacht. Mittlerweile nur noch sehr selten.» Wie man damit umgeht, erklärt sie so: «Am besten einfach nicht darauf eingehen und es auch nicht persönlich nehmen. Es ist ein grosses Ausmass von Selbstzweifeln notwendig, dass es überhaupt so weit kommt, dass man eine andere Person grundlos beleidigt.» Sie möge auch nicht jeden, doch es sei ein ganz anderer Schritt, ob man das einfach für sich denkt oder es an einer anderen Person auslasse.

«Man soll sich auch unbedingt immer vor Augen halten, dass man niemandem etwas schuldig ist und sich auch nicht vor irgendjemandem rechtfertigen muss – ausser vor sich selbst. Einfach sich selbst treu bleiben. Dein Umfeld wird immer kommen und gehen, nur du selbst bist immer da», sagt die Psychologie-Studentin.

Matilda Good/Toggenburg24