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22.11.2021

Brandrede von Rainhard Fendrich bei Konzert in Dornbirn

Rainhard Fendrich hielt ein feuriges Plädoyer für die österreichische Impfpflicht Bild: vienna.at
Rainhard Fendrich, auch in der Ostschweiz bestens bekannter «Kaiser des Austropops», hat Samstagabend anlässlich eines Konzerts in der Dornbirner Messehalle eine Brandrede gehalten: Für die Impfpflicht. Und erntete dafür Begeisterungsstürme.

Samstagabend in der Messehalle in Dornbirn. Austro-Pop-Kaiser Rainhard Fendrich, auch in der Schweiz weitum bekannt, spielt ein grosses Konzert. Mit vielen Beifallsstürmen. Doch den grössten Applaus-Tsunami erhielt er nicht für seine Songs, wie «Weilst a Herz hast wia a Bergwerk» oder «I am from Austria», sondern für eine zweiminütige Brandrede. In der er eindeutig Stellung nahm. Nämlich für die Impfpflicht und gegen die nach seinen Worten «Dummheit» der Impfverweigerer.

Politik aufs Korn genommen

In seiner Brandrede nahm er natürlich auch die österreichische Politik aufs Korn: «Ich weiss nicht, was die da bei den Sitzungen zu sich nehmen». Wie auch die Impfgegner, als er wortwörtlich sagte: «Die Situation ist doch bis jetzt so gewesen, dass eine Mehrheit der Geimpften eíngeschränkt wurde damit sie eine Minderheit von Ungeimpften schützen muss, die gar nicht geschützt werden wollen».

Tobender Applaus unterstützte Fendrich, als er sich dann sogar für die in Österreich ab Anfang Februar verfügte Impfpflicht einsetzte. «Wenn man dieses Wort vor einer Woche ausgesprochen hätte wäre man ein Faschist gewesen. Es ist die Impfpflicht. Um Gottes willen. Da wird die Freiheit… Und Rechte… Aber von Pflichten redet eigentlich kein Mensch. Und ich freue mich dass das jetzt endlich einmal passiert. Nämlich das was die Experten immer schon gesagt haben. In einer Demokratie kann ja ein jeder sagen was er will. Ich muss aber die Frage stellen: Gibt es in einer Demokratie auch das Recht auf Dummheit?»

Hätti, täti, wäri

Doch damit hatte sich Fendrich noch nicht ausgetobt. So kritisierte er auch noch die aktuellen Massnahmen und das diesen vorausgehenden wochenlange Zögern. «Es ist für mich auch nicht mehr nachzuvollziehen. Das Paradoxe ist: Diese Experten, das sind Menschen, die haben jahrelang Medizin studiert, die haben jahrelange Erfahrung. Die haben dieses Szenario wirklich minutiös vorausgesagt und zwar auf den Monat genau. Und wir können nur hoffen, dass es so weit kommt es, dass wir in kürzester Zeit die Gesellschaft nicht mehr gespaltet haben werden. Wenn wir das nämlich im Sommer gemacht hätte. Wo es die Experten gesagt haben: Jetzt sollte man eine Impflicht einführen. Da wären erstens einmal alle auf Urlaub gewesen. Und zweitens einmal wäre die Inzidenzzahl  nicht so hoch gewesen.»

Doch für das berühmte «hätti, täti, wäri» kann man sich ja leider nichts kaufen.

 

rheintal24/gmh/uh/Toggenburg24