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31.03.2021

Warum feiern wir Ostern?

Auferstehung von Jesus Christus. Bild: Wikipedia
Ostern ist das Fest der Auferstehung Jesu Christi. Ab dem vierten Jahrhundert wurde das höchste Fest im Kirchenjahr als Dreitagefeier durchgeführt.

Da Leiden, Sterben und Auferstehung Christi laut den Aussagen des Neuen Testamentes in eine Pessachwoche fielen, bestimmt der Termin dieses beweglichen jüdischen Hauptfestes auch das Osterdatum.

Das Fest fällt immer auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond, also bei uns frühestens auf den 22. März, spätestens auf den 25. April. Danach richten sich auch die Daten der beweglichen Festtage des Osterfestkreises.

Ostern wird über vier Tage gefeiert

Die Gottesdienste erstrecken sich seit dem vierten Jahrhundert in den meisten Liturgien von der Feier des letzten Abendmahls am Gründonnerstagabend , dem Vorabend des Karfreitags, über den Karsamstag, den Tag der Grabesruhe des Herrn, bis zum Anbruch der neuen Woche am Ostersonntag.

Die Freudenzeit dauert bis Pfingsten

Mit dem Ostersonntag, «Sonntag der Auferstehung» beginnt die österliche Freudenzeit (Osterzeit), die fünfzig Tage bis einschließlich Pfingsten dauert. Heute ist es ein arbeitsfreier Zeitraum von Karfreitag bis Ostermontag. Karfreitag und Ostermontag gelten als gesetzliche Feiertage.

Auferstehung von Jesus Christus. Bild: Wikipedia

Leiden, Sterben, Auferstehung in der Pessachwoche

Viele Sprachen bezeichnen das Osterfest mit einer Wortableitung vom aramäischen pas-cha, angelehnt an das hebräische Wort Pessach, unter anderem:

  • Albanisch: pashkët
  • Dänisch: påske
  • Esperanto: Pasko
  • Französisch: Pâques
  • Griechisch: πάσχα/Pascha
  • Isländisch: páskar
  • Italienisch: Pasqua
  • Katalanisch: Pasqua
  • Niederländisch: Pasen
  • Norwegisch: påske
  • Plattdeutsch: Paasken/Paasch(en)
  • Portugiesisch: Páscoa
  • Rätoromanisch: Pasca/Pasqua
  • Rumänisch: paști
  • Russisch: Пасха/Pascha
  • Schwedisch: påsk
  • Spanisch: Pascua
  • Türkisch: Paskalya

Verwurzelung des Christentums im Judentum

Im nordwestdeutschen Raum hat sich die Bezeichnung Paasken für Ostern im Plattdeutschen bis heute erhalten. Diese Sprachtradition weist auf die wesentliche Beziehung von Tod und Auferstehung Jesu zum Auszug der Israeliten aus der Sklaverei hin und betont die bleibende Verwurzelung des Christentums im Judentum.

Die meisten westslawischen Sprachen nennen das Osterfest «Große Nacht (Große Nächte)»

  • Polnisch: Wielkanoc
  • Tschechisch: Velikonoce
  • Slowakisch: Veľká noc
  • Slowenisch: Velika noč

Hingegen verwenden das

  • Weißrussische: Wjalikdsendas
  • Ukrainische: Welykden
  • Bulgarische und Makedonische: Velikden
  • sowie in früheren Zeiten das Serbische: Velikdan mit der Bedeutung «Großer Tag» (Große Tage)
  • in gleicher Weise die baltischen Sprachen Lettisch: Lieldienas
  • Litauisch: Velykos
  • Sorbisch: Jutry und Jatsy (slawisch jutro: der Morgen)
  • Ungarisch: husvet (Fleisch zu sich nehmen)
  • Estnisch: lihavote
  • Georgisch: aghdgoma (Deutsch: Auferstehung oder Aufstehen).
  • Kroatisch, Bosnisch, Serbisch: Uskrs
Das leere Grab von Jesus Christus (Archivbild). Bild: zVg

Wo kommt das Wort Ostern her?

Das neuhochdeutsche Ostern und das englische Easter haben die gleiche sprachliche Wurzel, zu deren Etymologie es verschiedene Lösungsansätze gibt. Das Wort ist vom altgermanischen Austrō > Ausro «Morgenröte» abgeleitet, das eventuell ein germanisches Frühlingsfest bezeichnete.

Der Wortstamm ist mit dem altgriechischen Namen der vergöttlichten Morgenröte Ēōs und dem lateinischen aurora «Morgenröte» verwandt, die ihrerseits weitere Sprachen beeinflusst haben. Das Wort hat auch indogermanische Wurzeln, wie morgens hell werden, aus dem Wasser schöpfen, Feuer holen.

In der Morgenröte das leere Grab

Wegen der Entdeckung des leeren Grabes Jesu «früh am Morgen, als eben die Sonne aufging» ist die Morgenröte im Christentum Symbol der Auferstehung. Die Canones Hippolyti (um 350) gaben daher für die Osternacht die Weisung: «Alle sollen daher bis zur Morgenröthe wachen, dann ihren Leib mit Wasser waschen, bevor sie Pascha feiern, und das ganze Volk sei im Lichte». Dies knüpfte auch an die biblische Exodustradition der Israeliten in der Nacht des «Vorübergehens» (hebräisch pessach, engl. Passover):  «Eine Nacht des Wachens» war es für den Herrn, als er sie aus Ägypten herausführte. Als «eine Nacht des Wachens zur Ehre des Herrn» gilt sie den Israeliten in allen Generationen.

Auferweckung exklusive Tat Gottes

Die vielfältige neutestamentliche Osterüberlieferung wird im Kern auf die Jerusalemer Urgemeinde zurückgeführt. Aus ihr stammt der emphatische Jubelruf, der bis heute viele Ostergottesdienste weltweit eröffnet:

  • «Der Herr ist wahrhaftig auferstanden … (und dem Simon erschienen)!»

Nach Auskunft aller Evangelien ist Jesu Auferweckung exklusive Tat Gottes und wurde von keinem Menschen beobachtet. Erst ihre Folgen werden für seine ersten Nachfolger als wahrnehmbar beschrieben: Frauen aus seiner Heimat, die sein Sterben und seine Grablegung mit angesehen hatten, entdecken, dass sein Grab leer ist. Dabei teilen Engel ihnen die Botschaft von der Auferweckung mit und senden sie zu Petrus und den übrigen verbliebenen Jüngern.

Nach dem wohl frühesten christlichen Glaubensbekenntnis wurde Jesus am dritten Tag gemäss der Schrift von den Toten erweckt. Die Angabe bezieht sich auf die Entdeckung des leeren Grabes und auf die Jesuserscheinung vor einigen seiner Jünger.

Das letzte Abendmahl von Jesus Christus. Bild: Wikipedia

Bekräftigung der Hoffnung

Die christliche Chronologie zählt somit den Ostertag als dritten Tag beginnend mit dem Kreuzigungstag als erster Tag. Während diese Ankündigung häufig als nachträgliche Redaktion von Urchristen gelten, enthalten auch einige mögliche echte Leidens- und Todesankündigungen Jesu eine Dreitagesangabe.

Jesu Tod wird somit im Urchristentum in die Leidensgeschichte, andererseits die Befreiungshoffnung Israels eingezeichnet. Seine Auferstehung wird als Bekräftigung dieser Hoffnung verstanden und ihre Ausweitung auf alle Völker erwartet.

Das letzte Abendmahl von Jesu ist eines der berühmtesten Darstellungen.

Patricia Rutz/Toggenburg24